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Mopslegenden2016-12-18T14:43:13+00:00

Die Herkunft des Mopses ist, wie bei vielen großen Persönlichkeiten, etwas nebulös…….

Sicher ist, dass er aus China kommt und als Gegenstück zum langhaarigen Palasthund in der kaiserlichen Stadt Peking gezüchtet wurde. Hartnäckig hält sich das Gerücht, der Mops sei von Dschingis Khan (1155-1227), dem schrecklichsten Eroberer alles Zeiten, aus der kaiserlichen Stadt entführt worden und mit ihm eher unfreiwillig nach Europa gekommen. Für diese Geschicht gibt es allerdings keinen Beleg. Der furchtbare Dschingis Khan, der mit seiner furchterregenden Armee bis 1225 den gesamten asiatischen Raum eroberte, wird anderes zu tun gehabt haben, als seine Satteltaschen mit niedlichen kleinen Schoßhündchen zu füllen.

Die früheste historische Abbildung vom Mops, die wir kennen, stammt aus dem Beginn des 18.Jahrhunderts: im Kaiserlichen Hundebuch, das während der Herrschaft des Kaisers Kàng-hsi (1666-1722) verfasst wurde. Der kleine, kurzhaarige Chinese wurde damals Lo-sze-ba-erh genannt. Lo-sze bedeutet kurzhaarig, ba-erh war kaiserliches Vorrecht und per Gesetz ausschließlich den Höflingen innerhalb der kaiserlichen Stadt erlaubt. Kein europäischer Händler, kein westlicher Barbar konnte auch nur davon träumen, der kaiserlichen Stadt auch nur nahe zu kommen.

Nur die jesuitischen Missionare gelangten von Zeit zu Zeit in die kaiserliche Stadt. Der zweite Kaiser der Manch-Dynastie, Kàng-hsi war ein äußerst gebildeter, moderner Mann und disskutierte viel mit den jesuitischen Gelehrten die völlig frei überall im Kaisereich tätig sein durften. Sie besaßen mehr Rechte als Höflinge, galten als kulturelle Botschafter Europas und durften zwischen Peking und Europa ohne Beschränkungen hin- und herreisen. Wahrscheinlich reiste der kleine kaiserliche Hund als erst viel später, erst im 18.Jahrhunderr nämlich als Reisebegleiter der Jesuiten zu uns nach Europa. Genau zu dieser Zeit tauchte er auch auf europäischen Gemälden auf, als die China-Manie in Europa begann und man sich mit allem schmückte, was nur ansatzweise chinesisch wirkte. Und so zog der Mops in Europas Fürstenhäuser ein. Bald war er überall, das goldene Kalb des 18.Jahrhunderts, eroberte die Nichte Katharina der Großen und Kaiserin Josephine, die ihren Mops Fortune` immer mit kleinen Botschaften unter dem Halsband zu ihrem Mann Napoleon schickte. Bald hatte auch die englische Königin Viktoria Möpse und überhaupt wurde der Mops zum Hund von Menschen mit Haltung. Der Herzog und die Herzogin von Windsor waren berühmt für ihre Möpse, die sie täglich mit Dior Parfum bestäubten und mrt allerlei herzöglichen Köstlichkeiten wie Kapaunbrust, Rindersteak, Leber und frisch gebackenen Biskuits versorgten.

Englands Premier Winston Churchill besaß einen Mops, ebenso Heinrich Heine und Rainer-Maria Rilke, Andy Warhol, der Schah von Persien und Gregor von Rezzori, Designer Valentino, Billy Joel, Ernst Jandl und Loriot verbrachten ihr Leben mit einem Mops und das aus gutem Grund: Die Kummerfalten und der unglückliche Gesichtsausdruck des Mopses sind nur Fassade. In Wirklichkeit ist der Mops ein gutgelaunter Clown. Umgekehrt wird auch eine Wahrheit daraus: Die Menschen, die mit einem Mops leben, geben sich allergrößte Mühe, sein Leben in ein Gedicht zu verwandeln.

Nach einer überlieferten Erzählung von Sir Roger William (1618) soll der Mops „Pompey“ seinem Herrn, dem Prinzen Wilhelm von Ura­nien (Wilhelm der Schweigsame), im Heerlager zu Hermigny durch sein lautes Gebell das Leben gerettet haben, als Attentäter den Prinzen ermorden wollten. Der Prinz, durch den Alarm des Hundes rechtzeitig gewarnt, konnte entkommen und soll in der Folge nie mehr ohne einen Mops ge­sehen worden sein, und die Rasse war noch recht lange mit dem Hause Oranien eng verbunden. Der Urenkel Wil­helms des Schweigers, Wilhelm III., segelte 1688 nach England, um dort den Thron zu besteigen. Mit dem Hof­staat wurde eine große Anzahl Möpse mitgeführt, alle mit einer orangefarbe­nen Schleife um den Hals, die ihre Zu­gehörigkeit zum Hause Oranien symbo­lisieren sollten.

In Holland war zur Zeit der „Patriotten en Prinsgezinden“ der Mops das Sym­bol der „Prinsgezinden“, der Oranier-Anhänger, während der Spitz das Sym­bol der „Patriotten“ war. Man nannte sich gegenseitig „Mopsen“ und „Kezen“.

Ein anderer Mops, der Geschichte machte, war Josephine Beauharnais’ „Fortune“. Als Napoleon I. in der Hochzeitsnacht ins Ehebett wollte, wurde er von dem wütenden „Fortune“ daran gehindert und ins Bein gebissen. Anscheinend schlossen die beiden dann aber Frieden, und „Fortune“ soll fürderhin auch den Gemahl seiner Herrin verteidigt und ihn sogar vor einem Attentat bewahrt haben. Ein weiterer Mops, dessen Namen wir aber nicht kennen, ist ebenfalls in die Geschichte eingegangen. Es war der Mops des Herzogs von Württemberg. 1730 ging der kleine Hund in der Schlacht von Belgrad gegen die Türken im Kriegsgetümmel verloren. So un­glaublich es klingen mag, eines Tages tauchte der Mops wieder in seiner Hei­mat auf. Er hatte den weiten Weg nach Hause wiedergefunden. Zu seinen Eh­ren wurde ihm nach seinem Tode im Schloßgarten zu Winnenden ein Denk­mal errichtet, das noch heute hier steht. Den Grabstein ziert ein Mops in Lebensgröße, und zu seinen Füßen ist ein Vers in Stein gehauen.

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